15Die Atmosphäre als Generationenprojekt

Die Gegenwart und Zukunft gehört der Emissionsvermeidung, dem präventiven Schutz als Schadensvorsorge und der Rückholung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Form von CO₂ und CH₄ sowie N₂O als prioritärer Hauptfokus der Regeneration.
Die heutige Debatte konzentriert sich auf das rasche Erreichen von . Das wieder Zurück und der Abstieg vom Netto-Null Gipfel muss mit allen Möglichkeiten parallel in enger Koordination mit präventiven Massnahmen erfolgen. Die in der Lufthülle deponierten überschüssigen Treibhausgase müssen jetzt und dauerhaft zurückgeholt werden. Verantwortungsvolles Handeln verlangt den kontrollierten Rückbau der CO₂-Konzentration über die nächsten fünfzig bis hundert Jahre. Die rasche Reduktion der Emissionen und das Verhindern von Flächenbränden sind stringente Voraussetzungen auf diesem Weg.
Erwärmung über die Lebensspanne dreier Generationen, je nach Emissionspfad (IPCC AR6 WG1) · zum Vergrössern anklickenIPCC AR6 WG1, SPM.1

Prävention: der wirksamste Schutz für unsere Atmosphäre

Der Schutz der Atmosphäre beginnt nicht bei der CO₂-Entnahme, sondern bei der Vermeidung von Emissionen. Besonders Waldbrände setzen innerhalb kürzester Zeit enorme Mengen an CO₂ frei und zerstören zugleich wertvolle Kohlenstoffspeicher. Deshalb sind Prävention und frühzeitige Brandbekämpfung zentrale Klimaschutzmassnahmen. Dazu gehören eine enge internationale Zusammenarbeit von Feuerwehren, moderne Frühwarn- und Überwachungssysteme, strategisch angelegte Wasserspeicher sowie eine nachhaltige Wald- und Landschaftspflege. Darüber hinaus umfasst Prävention den Schutz von Wäldern, Mooren und Böden, die Reduktion vermeidbarer Emissionen und den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Jede vermiedene Tonne CO₂ ist wirksamer und kostengünstiger als ihre spätere Entfernung aus der Atmosphäre.

Der Pfad der Umkehr

Ziel ist, die in kontinuierlicher Wissensverbreitung und mit Umsetzungskönnen nach dem möglichst frühen Erreichen eines globalen Scheitelpunkts wieder auf ein natürliches CO₂eq Niveau abzusenken. Ein mögliches Ziel wäre, in wenigen Jahrzehnten die Konzentration wieder auf den Stand von 1985 von 350 CO₂eq zurückzuführen, dem Zeitraum, in dem viele der heute tatkräftigen Akteure und Akteurinnen geboren wurden. Es ist jedoch die Aufgabe Aller über alle politischen und weltanschaulichen Grenzen hinweg. Der Übergang von der blossen Schadensbegrenzung hin zu einer aktiven Wiederherstellung des klimatischen Gleichgewichts ist ein ambitiöses, aber plausibles Ziel für die jetzige und kommende Generationenfolge.

Wer 1985 geboren wurde, ist heute rund 40 Jahre alt. Die Generation der heutigen Entscheidungsträger, die in den kommenden 20 Jahren die Weichen stellt, kam zu jener Zeit auf die Welt. Ihre Kinder erreichen das anvisierte 2050er-Peak-Datum im mittleren Erwachsenenalter. Ihre Enkel erleben die Spätphase des Rückwegs. Die Urenkel werden sehen, ob 2130 das Ziel trifft.

Vier Generationen, die an derselben Aufgabe arbeiten. Das ist lang für politische Zyklen, aber kurz für geologische Prozesse.

Wer in einem Vier-Generationen-Rahmen denkt, verschiebt die Frage "Was bringt mir das?" in die Frage "Was hinterlasse ich?". Aus Optimierung in Jahren wird Gestaltung in Jahrzehnten. Die Werkzeuge dafür existieren, sie sind nur seit einigen Jahrzehnten in den Hintergrund gerutscht.

Die operative Dimension

Dieser Abstieg um rund 100 ppm verlangt mehr als Emissionsvermeidung. Er bedingt eine globale Entnahme-Infrastruktur:
  • Netto-Entnahme: Um die Konzentration stabil um 1 ppm zu senken, braucht es rund 10 Gigatonnen CO₂ Entnahme pro Jahr. Das ist weit mehr als heute erreicht wird.
  • Rückkopplung: Mit sinkenden Werten geben bedingt durch physikalische Konzentrationsegalisierung die Ozeane CO₂ zurück. Realistisch ist deshalb eine Skalierung auf 13 bis 15 Gigatonnen pro Jahr in der zweiten Jahrhunderthälfte.
  • Mosaik der Lösungen: Die anzustrebende Umsetzung erfolgt über ein synergetisches Portfolio und kombiniert technische Extraktion (DACCS), beschleunigte , regenerative Biomassebindung, und langfristige Speicherung in Baustoffen, sowie über alle nützlichen Methoden und Lösungswege.

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